Mehrsprachige Inhalte pflegen
Übersetzungen anlegen und Sprachversionen verwalten
<h3>Wann brauchst Du Mehrsprachigkeit?</h3>
<p>Nicht jede Website braucht mehrere Sprachen. Aber wenn Dein Unternehmen internationale Kunden hat, in einer mehrsprachigen Region arbeitet oder gesetzlich zur Mehrsprachigkeit verpflichtet ist, bietet TYPO3 eines der ausgereiftesten Sprachsysteme aller Content-Management-Systeme. Das ist kein Übertreibung – die Mehrsprachigkeit gehört zu den Funktionen, die über Jahrzehnte in TYPO3 weiterentwickelt wurden.</p>
<p>Als Redakteur musst Du die technische Einrichtung nicht selbst übernehmen – das macht Dein Administrator oder Deine Agentur. Aber Du solltest verstehen, wie Du Übersetzungen anlegst und pflegst.</p>
<h3>Sprachen im Backend erkennen</h3>
<p>Sobald Dein TYPO3-System für Mehrsprachigkeit konfiguriert ist, siehst Du im <strong>Seitenmodul</strong> oben ein Dropdown-Menü zur Sprachauswahl. Damit wechselst Du zwischen den verfügbaren Sprachen – zum Beispiel Deutsch und Englisch.</p>
<p>In der <strong>Spaltenansicht</strong> zeigt TYPO3 14 die Inhalte aller Sprachen nebeneinander an. Das gibt Dir einen schnellen Überblick, welche Inhalte bereits übersetzt sind und wo noch Lücken bestehen. Nicht übersetzte Elemente werden ausgegraut oder mit einem Hinweis markiert.</p>
<p>Jede Sprache hat ein <strong>Flaggen-Symbol</strong>, das Dir die Orientierung erleichtert. In der Seitenliste erkennst Du an diesen Symbolen sofort, welche Seiten in welchen Sprachen vorhanden sind.</p>
<h3>Verbundener vs. freier Modus</h3>
<p>TYPO3 bietet zwei Ansätze für Übersetzungen, und es ist wichtig, den Unterschied zu verstehen:</p>
<p><strong>Verbundener Modus (Connected Mode):</strong> Die Übersetzung ist direkt mit dem Original verknüpft. Wenn Du im Original ein neues Inhaltselement hinzufügst, erscheint es als "zu übersetzen" in der Zielsprache. Die Reihenfolge der Elemente folgt dem Original. Das ist der <strong>Standardmodus</strong> und für die meisten Websites die richtige Wahl.</p>
<p><strong>Freier Modus (Free Mode):</strong> Die Übersetzung ist unabhängig vom Original. Du kannst in jeder Sprache völlig unterschiedliche Inhalte und Reihenfolgen haben. Das ist sinnvoll, wenn sich die Inhalte zwischen Sprachen stark unterscheiden – zum Beispiel bei regionalen Angeboten oder kulturell angepassten Texten.</p>
<p><strong>Wichtig:</strong> Den Modus legt Dein Administrator pro Seite oder global fest. Als Redakteur arbeitest Du innerhalb des gewählten Modus. Wenn Du unsicher bist, welcher Modus bei Dir aktiv ist, frag Deine Agentur oder Deinen Admin.</p>
<h4>Aus der Schulungspraxis</h4>
<p>Die häufigste Verwirrung in meinen Schulungen: Redakteure verstehen nicht, warum sie in der englischen Version keine Elemente verschieben können. Die Antwort ist fast immer der verbundene Modus – die Reihenfolge wird vom deutschen Original gesteuert. Das ist kein Bug, sondern eine bewusste Design-Entscheidung für konsistente Seitenstrukturen.</p>
<h3>Übersetzung anlegen: Schritt für Schritt</h3>
<p>So legst Du eine Übersetzung für eine bestehende Seite an:</p>
<p><strong>1. Seite übersetzen:</strong> Öffne die Seiteneigenschaften und erstelle über den Button <strong>"Übersetzung erstellen"</strong> (oder "Create translation") eine Sprachversion der Seite. Dabei werden Seitentitel, URL-Slug und Meta-Daten für die neue Sprache angelegt.</p>
<p><strong>2. Inhalte übersetzen:</strong> Wechsle im Seitenmodul zur Zielsprache. TYPO3 zeigt Dir alle noch nicht übersetzten Inhaltselemente mit einem <strong>"Übersetzen"-Button</strong> an. Klicke darauf, um eine Kopie des Elements in der Zielsprache zu erstellen. TYPO3 übernimmt den Originaltext als Ausgangsbasis – Du überschreibst ihn dann mit der Übersetzung.</p>
<p><strong>3. Texte anpassen:</strong> Ändere den Text, die Überschriften und gegebenenfalls die Bilder (falls sprachspezifische Bilder mit Text im Bild nötig sind). Vergiss nicht, auch die <strong>SEO-Metadaten</strong> (Seitentitel, Meta-Description) in der Zielsprache anzupassen.</p>
<p><strong>4. Prüfen und speichern:</strong> Kontrolliere die Übersetzung in der Vorschau. Achte besonders darauf, dass Links auf die richtigen Sprachversionen der Zielseiten zeigen.</p>
<h3>Typische Stolperfallen</h3>
<p><strong>SEO-Metadaten vergessen:</strong> Viele Redakteure übersetzen den Seiteninhalt, vergessen aber die Meta-Description und den SEO-Titel. Suchmaschinen zeigen dann entweder die Originalsprache in den Suchergebnissen oder generieren selbst einen Text.</p>
<p><strong>Bilder mit Text:</strong> Wenn Deine Bilder Text enthalten (z. B. Infografiken oder Banner), müssen diese für jede Sprache separat erstellt werden. TYPO3 kann Bilder nicht automatisch übersetzen.</p>
<p><strong>Navigation und Menüs:</strong> Menüpunkte basieren auf den Seitentiteln (oder Navigationstiteln). Wenn Du eine Seite übersetzt, prüfe, ob der übersetzte Seitentitel auch als Menüpunkt funktioniert – er sollte kurz und prägnant sein.</p>
<p><strong>Nicht übersetzte Seiten:</strong> Was passiert, wenn eine Seite keine Übersetzung hat? Das hängt von der Konfiguration ab. TYPO3 kann entweder die Originalsprache anzeigen, eine 404-Seite liefern oder die Seite aus der Navigation ausblenden. Kläre das mit Deinem Administrator.</p>
<h4>Aus der Schulungspraxis</h4>
<p>Mein Tipp für die Praxis: Lege eine einfache Checkliste an, die Du bei jeder Übersetzung abhakst – Seiteninhalt, SEO-Metadaten, Navigationstitel, Links prüfen. Das klingt banal, aber es verhindert die drei häufigsten Fehler, die ich bei Kunden sehe.</p>
<h3>Zusammenfassung</h3>
<p>TYPO3 bietet Dir als Redakteur ein durchdachtes Werkzeug für mehrsprachige Websites. Die wichtigsten Punkte: Verstehe den Unterschied zwischen verbundenem und freiem Modus, übersetze immer auch die SEO-Metadaten, und prüfe Deine Links in jeder Sprache. Wenn Du unsicher bist, wie Dein System konfiguriert ist, sprich mit Deiner Agentur – eine kurze Klärung spart viel Nacharbeit.</p>
<p>Im nächsten Abschnitt lernst Du, wie Du Inhalte zeitgesteuert veröffentlichen kannst.</p>